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Tanz der Stare - Nationalparkpartner im Naturkundemuseum

Am Montag fand das Nationalparkpartner-Treffen bei uns im Naturkundemuseum statt. Das Museum ist seit letztem Jahr Nationalparkpartner und wurde daher als Gastgeber für das diesjährige Treffen ausgewählt.

Nachdem wir schon Ende letzter Woche unseren Saal eingedeckt und Kuchen bestellt hatten, trafen am Montag gegen 15 Uhr alle Teilnehmer des Treffens im Museum ein. Nach einer kurzen Begrüßung durch Christiane Gätje von der Nationalparkverwaltung, erzählte Carl-Heinz (mein Chef) etwas über die Entstehung des Museums. Gegründet 1980 als "Naturkundliches Heimatmuseum Niebüll", 1993 umbenannt in "Naturkundemuseum Niebüll", komplett renoviert in den Jahren 2011 bis 2013, und so weiter, und so weiter...😉

Anschließend hatten die Vertreter der anderen Nationalparkpartner die Möglichkeit, sich Ausstellung und Werkstatt des Museums anzuschauen und sich bei Kaffee und Kuchen auszutauschen. Gegen halb sechs sollte es dann in Richtung dänische Grenze losgehen. Dort wartete nämlich das eigentliche Highlight - der Tanz der Stare.

Im Herbst und Frühjahr machen die Stare auf ihrem Zugweg Rast im Nationalpark Wattenmeer. Während dieser Wochen sind sie in der Region auf Nahrungssuche und somit in Schwärmen von mehreren hundert bis tausend Tieren anzutreffen. Gegen Abend suchen sich die Gruppen ihren Nachtplatz, welches das eigentliche Spektakel darstellt. Dabei kreisen die Schwärme lange über dem dichten Schilf, bevor sie sich gemeinsam an einem Ort zur Ruhe lassen. Der eigentliche "Tanz" der Stare stellt aber das Abwehrverhalten gegenüber Räubern, wie Greifvögeln dar. Dabei fliegen alle Stare gleichzeitig auf und versuchen so den Angreifer zu vergraulen. Dieses Phänomen konnten wir, aufgrund der Abwesenheit von Greifvögeln oder anderer Räubern, leider nicht beobachten.

Scheint zeitgleich noch die Sonne, so lässt sich das Einfliegen der Stare auch als "Schwarze Sonne" bezeichnen. Dieser Begriff kommt daher, dass die Star-Schwärme bei ihrem abendlichen Tanz, die Sonne als "schwarz" erscheinen lassen. Aber auch diese zeigte sich an dem Abend nicht. Stattdessen: norddeutsches Schietwetter mit Sturm und Hagelschauern. 🌧💨

Trotzdem versammelten sich viele Schaulustige am Deich bei Aventoft an der dänischen Grenze. Denn vor allem in Dänemark mutiert das "Stare schauen" als eine Art Volkssport. So kommen täglich mehrere Reisebusse voller Besucher zum Tanz der Stare.

Insgesamt war der Tag für mich sehr spannend, da ich zum einen das erste Mal den Einflug der Stare beobachten durfte. Zum anderen lernte ich Christiane Gätje von der Nationalparkverwaltung kennen, welche Herausgeberin eines Buches ist, das ich zu Schulzeiten bei meiner Facharbeit verwendet habe. Das Treffen endete mit Sonnenuntergang um kurz nach acht am Museum.