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Halbzeit - Fazit der ersten Hälfte des FÖJs

Ein halbes Jahr, sechs Monate, 184 Tage und doch ist sie so schnell vergangen, die erste Hälfte des Freiwilligen Jahres. Ich kann auf eine ereignisreiche Zeit voller Spaß und Begeisterung zurückblicken und auf genauso viel Spaß in den kommenden sechs Monaten hoffen, auch wenn diese wahrscheinlich noch schneller vergehen werden, als die bisherigen. In diesem Post ziehe ich ein Halbjahres-Fazit und gehe sowohl auf Highlights, als auch auf "Mankos" des Freiwilligendienstes ein.

Ein erstes, ganz persönliches Halbjahres-Fazit habe ich bereits gezogen.. Im Januar habe ich meinen Zwischenbericht bei meinem FÖJ-Träger eingereicht. Der liegt nun neben mir und wird ins "Deichkieker-Fomat" übertragen. 😉

Angefangen hat mein Freiwilliges Jahr direkt in der Hochsaison. Mit wenig Zeit für eigene Projekte habe ich den August und September über unser Bernsteinschleifen betreut, Museumsdienst geleistet, Führungen drinnen und draußen begleitet und meine Seminargruppe beim Einführungsseminar am Koppelsberg kennengelernt.

Mit Ende des Sommers und allmählich abnehmenden Besucherzahlen ging es dann in den Herbst, der - ich würde sagen - gut mit Projekten gefüllt war. Gestartet hat das Ganze mit der Erneuerung der Website im Oktober. Seitdem erstrahlt das Museum bei seinem Internetauftritt in neuem Glanz. Ein eher kleines Projekt, welches mir aber viel Spaß bereitet hat. Es folgten ein weiteres Seminar, sowie mein nächster Streich:

Die Erneuerung der Aquarien. Puh, ist das (im wahrsten Sinne des Wortes) ein dicker Fisch und nach wie vor nicht ganz abgeschlossen. Die Aquarien sind alle poliert und eines bereits fertig eingerichtet. Für die anderen beiden fehlen noch Pflanzen, sowie einige Fische. Sobald alle Becken eingerichtet sind, werdet ihr dann das "Endprodukt" zu sehen bekommen. Seid gespannt! 🤪

Mit dem neuen Jahr hat dann auch das bisher größte meiner Projekte begonnen: EMDAS (Erhebung Müllbezogener Daten am einheimischen Strand). Dieses Projekt beschäftigt sich mit der Zählung und Sammlung von Müll an einem Strandabschnitt hier an der Nordsee. Dabei geht es um einen Vergleich zwischen den Müllmengen am einheimischen Strand mit denen aus den Müllstrudeln der Ozeane. Letztendlich sind diese Daten dann der Grundstock für meine Sonderausstellung hier im Museum.

Neben all den Möglichkeiten, die einem das FÖJ bietet, gibt es allerdings auch eine Schattenseite: DAS GEHALT.

Mit knapp 400€ ist dieses nicht allzu üppig. Es setzt sich aus etwa 80€ Taschengeld, 115€ Wohnzuschuss und knapp 220€ Verpflegungszuschuss zusammen. Auch, wenn das Kindergeld weiterhin ausgezahlt wird, ist der Lebensstandard nicht allzu hoch und die finanzielle Unterstützung der Eltern Pflicht. Zudem man, egal an welchem Ort die Einsatzstelle liegt, kaum eine Wohnung für 115€ finden wird. Der Jahrgang 2019/20 profitiert hier von einer Erhöhung der Landesmittel. Allerdings sind auch die angekündigten 410€ Monatsgehalt lächerlich, zumal diese sich am oberen Ende der Gehälter der Freiwilligendienste einordnen.

Auch darf man nicht vergessen: Hier ist die Rede von der Zukunft mehrerer Generationen, an der auch der Staat Interesse haben sollte. Immerhin geht es hier nicht um eine Investition in Milliardenhöhe in irgendwelche subtilen Bauprojekte, sondern "nur" um den Lebensunterhalt von Freiwilligen, die nebenbei auch ihren Dienst für die Öffentlichkeit leisten!

Ein, aus meiner Sicht, weiterer Kritikpunkt ist das Bewerbungsverfahren. Anders als beim Freiwilligen Sozialen Jahr, bei dem sich direkt bei den Einsatzstellen bewirbt und dieses bei einer unbegrenzten Zahl an Einsatzstellen machen kann, erfolgt die Bewerbung beim FÖJ über den Träger direkt. Zwar arbeiten die Träger hier im Norden zusammen und tauschen Bewerber aus. Trotzdem erhält man nur zwei Einladungen für Bewerbungsgesprächen bei den Einsatzstellen. Haben diese keinen Erfolg, ist man raus und kann lediglich als Nachrücker angenommen werden.

Sicherlich würde sich in einem alternativen Bewerbungsverfahren, wie oben beschrieben, auch der Aufwand für den Träger/die Einsatzstellen erhöhen, doch profitieren alle Beteiligten von einem größeren Pool an potenziellen Bewerbern/Arbeitsplätzen.

Nun aber genug gemeckert, denn der Rückblick des letzten Seminars in der vergangenen Woche will noch geschrieben werden. Der wird spätestens Anfang nächster Woche online kommen. 🐟

Ich freue mich auf die verbleibende Zeit, zwei weitere Seminare und hoffentlich noch das ein oder andere Projekt.