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F Ö J - B A S I C S

In diesem Teil des Blogs möchte ich etwas über das Freiwillige Ökologische Jahr an sich berichten. Auch möchte ich einen tieferen Einblick in das Bewerbungsverfahren und die späteren Pflichten eines "FÖJlers" geben, um Informationsmöglichkeiten für Interessenten zu schaffen.

Freiwilliges Ökologisches Jahr - was ist das und was bringt es mir?

Sicherlich hast du schonmal etwas vom Freiwilligen Sozialen Jahr oder Bundesfreiwilligendienst gehört. Wenn ja, dann bist du thematisch garnicht soweit entfernt vom Freiwilligen Ökologischen Jahr (kurz: FÖJ).

Wie direkt erkennbar ist, haben alle oben genannten Dienste eines gemeinsam: den Begriff FREIWILLIG. Das bedeutet nicht, dass du ein Jahr komplett ohne Einkommen oder sonstigen persönlichen Nutzen arbeiten sollst, dazu aber später mehr. Vielmehr hat der Begriff "Freiwillig" in diesem Fall etwas damit zu tun, dass du dich freiwillig dazu bereit erklärst während einer gewissen Zeit (meistens ein Jahr) in einer Einrichtung zu arbeiten und dabei bestimmte Aufgaben zu erledigen.

Beim FÖJ kommt zusätzlich der Begriff der "Ökologie" hinzu. Auch hier keine Angst - niemand erwartet von dir, dass du ein Jahr lang in den Sylter Dünen liegen musst, um auf eventuelle Umweltverschmutzer zu warten. Die Aufgabenbereiche eines FÖJlers variieren je nach Einsatzstelle und Einsatzort. Hier an der Nordsee reicht das FÖJ von Museumstätigkeiten (wie bei mir) über Arbeiten im Freien, bei z.B. Vogelzählungen oder Wattwanderungen bis hin zu naturkundlichen Kutterfahrten. Insgesamt meint die Ökologie dabei einfach den Bezug zur Natur, den deine Tätigkeit hat. Genauso kann es auch ein FÖJ an einem Bergsee in Bayern geben - natürlich unter Einbezug der Natur.

Also halten wir fest: Das Freiwillige Ökologische Jahr meint das Arbeiten mit und teilweise in der Natur, zu welchem du dich freiwillig entscheidest. Wie genau dein Arbeitsfeld dabei aussieht, hängt von der Einsatzstelle ab. Doch was bringt einem selber das FÖJ?

Auch da gibt es verschiedene Ansätze. Der eine möchte seinen Teil zum Umweltschutz und der Öffentlichkeitsarbeit mit der Natur beitragen, andere wollen einfach ein Jahr weg von zu Hause und "Abenteuer" erleben und wieder andere nutzen das FÖJ als Möglichkeit, um über den weiteren beruflichen Werdegang zu entscheiden. Egal, welche Intention du hast - interessierst du dich für Natur und Biologie und möchtest aber nicht direkt studieren oder eine Ausbildung machen, solltest du dir das FÖJ mal genauer angucken. Hier im Norden wäre ein Interesse am Meer und Watt natürlich auch nicht schlecht...😉

Als Beispiele für ein FÖJ hier im Norden kann ich dir folgende zwei Träger an die Hand geben:

FÖJ-Koppelsberg: https://oeko-jahr.de
FÖJ-Wattenmeer: https://www.umweltjahr.de/



Welche Einsatzstelle ist die Richtige für mich?

Wenn ihr euch für ein Freiwilliges Jahr entschieden habt, habt ihr die Qual der Wahl: Welche Einsatzstelle ist die Richtige für mich? Denn es gibt mehrere Träger, die viele Einsatzstellen anbieten - da kann es schonmal unübersichtlich werden. Damit ihr trotzdem den Durchblick habt, nenne ich euch im Folgenden ein paar Kriterien bei der Wahl der Einsatzstelle.

Erst einmal solltest du dich fragen, wo du dein FÖJ absolvieren willst. Denn an verschiedenen Orten wirst du verschiedene Themengebiete finden. Ich persönlich kann nur für die Nordsee berichten. Es gibt aber auch Einsatzstellen in anderen Gebieten Deutschlands, die andere Themen, als das Meer, haben. Bei dieser Entscheidung solltest du dich vor allem darauf konzentrieren, was dich persönlich interessiert, wo du dir vorstellen könntest zu leben und was du vielleicht schonmal sehen wolltest oder nochmal sehen willst. Von dem Motto "Mein Kumpel macht ein FÖJ in Dänemark; also mach ich das auch!" würde ich dir abraten, sofern du nur der Freundschaft zuliebe nach Dänemark gehen würdest. Suche einen Ort, der DIR gefällt und nicht deinen Freunden, Eltern oder sonstigen Bekannten. Immerhin musst du an diesem Ort leben können und nicht andere Personen.

Hast du dich für einen Ort entschieden, dann recherchiere im Internet nach Trägern in diesem Gebiet. Gibt es mehrere Träger, kann es manchmal auch sinnvoll sein, sich auf einen oder zwei Träger mit einem netten Stellenangebot zu beschränken. Ansonsten kann dein FÖJ-Plan schnell in einem Bewerbungschaos enden. Guck die Stellenausschreibungen erstmalig durch. Versuche dabei noch nicht zu kategorisieren, sondern gehe unvoreingenommen an jede Einsatzstelle heran. Manchmal klingen Name oder Tätigkeitsbeschreibung nicht ganz so verlockend wie das Angebot eigentlich ist.

In den folgenden Schritten würde ich anfangen, die Einsatzstellen nach eigenen Vorzügen zu sortieren. Möchtest du alleine oder mit anderen Freiwilligen arbeiten? Soll deine Tätigkeit mehr drinnen oder eher draußen stattfinden? Worum soll es thematisch gehen? (Jaa, auch da gibt es noch Unterschiede 😉) Möchtest du mehr an der Öffentlichkeit oder doch lieber im stillen Kämmerlein arbeiten? All diese Fragen solltest du ehrlich beantworten. Sicher gibt es nicht die eine Stelle, die zu 100% zu dir passt, doch sollte dir ein Großteil der Stellenbeschreibung zusagen.

Hast du ein paar Favoriten gefunden, notiere dir Namen und Orte der Einsatzstellen. Das Internet kann Aufschluss über Fragen und weitere Informationen geben. So kannst du dir ein Bild über deine Favoriten machen, bzw. einige Einsatzstellen von deiner Liste streichen. Nimm dir dafür nach Möglichkeit zwei bis drei Wochen Zeit.


Entschieden? - Jetzt kommt die Bewerbung.



Hast du die Liste mit den Top-Einsatzstellen durchgearbeitet, gilt es sich nun zu bewerben. Je nach Träger kannst du dies entweder als Bewerbungsschreiben per E-Mail und Post oder in einer Bewerbungsmaske auf der Website des Trägers machen. Sofern angeboten, empfehle ich dir die Bewerbung übers Internet. Dabei sparst du dir die lästigen Formalien von Lebenslauf und Anschreiben, zudem werden dir präzise Fragen gestellt, so dass deine Bewerbung direkt die "perfekte Form" annimmt.

Das Endergebnis aller Bewerbungsverfahren ist aber das gleiche. Du machst Angaben über deine Person und warum du für ein FÖJ geeignet bist. Du nennst drei Einsatzstellen, der Wichtigkeit nach geordnet und gibst auch hier an, warum du für die jeweilige Einsatzstelle geeignet bist. Stellst du dabei fest, dass du doch nicht zur Einsatzstelle passt, dann schaue am besten nach einer besseren Möglichkeit in der Liste aller Einsatzstellen.


Nimm dir Zeit für deine Bewerbung. Es bringt nichts, ein hastiges Bewerbungsschreiben aufzusetzen, welches mit Rechtschreib- und Zeichensetzungsfehlern gefüllt ist. Lasse nach Möglichkeit auch andere Personen, wie deine Eltern, über deine Bewerbung gucken. Hast du die Möglichkeit der Internetbewerbung ausgewählt, verfasse die Texte zu den dort aufgeführten Fragen in einem Schreibprogramm und füge sie alle gemeinsam per Copy & Paste ein.


Die Bewerbungsfristen liegen im Januar und Februar des Jahres, variieren aber zwischen den Trägern. Die genauen Daten entnimmst du den Webseiten der Träger. Beachte, dass die Fristen für FÖJ-Stellen im Ausland (z.B. Dänemark, Estland) abweichen. Versuche auch, nicht am letzten Tag vor Bewerbungsschluss deine Bewerbung abzuschicken. Als Richtwert: ich habe mich in den Weihnachtsferien, also Ende Dezember/ Anfang Januar beworben. Das reicht locker aus!