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Rückblick - Einführungsseminar auf dem Koppelsberg

Ein Teil der FÖJler-Tätigkeit sind die Seminare, bei denen man sich mit anderen Freiwilligen des gleichen Trägers für eine Woche trifft und umweltbezogene Themen kritisch beleuchtet. Das erste dieser fünf Seminare fand vergangene Woche am Koppelsberg in der Nähe von Plön am See statt.

Am Montag, den 27. August ging es morgens los in Richtung Plön. Ich hatte das Wochenende über zu Hause verbracht, weshalb ich über Hamburg und Lübeck anreiste. Bereits am Hamburger Bahnhof fielen mir Gleichaltrige auf, die ebenfalls mit Rucksack und Outdoor-Klamotten bewaffnet waren und in meine Bahn stiegen - andere FÖJler, wie sich später herausstellte. 😜

Um halb elf in Plön angekommen und schnell mit einigen anderen Freiwilligen kurzgeschlossen, wurden wir auf dem Koppelsberg vom Träger und dem Land Schleswig-Holstein begrüßt und unsere Teamer und "Paten", also ehemalige FÖJler, wurden uns vorgestellt. Die Teamer werden uns bei den nächsten vier Seminaren begleiten und bei der Planung dieser unterstützen. Anschließend folgte die Aufteilung der Zimmer für die kommenden Nächte. Überraschend fand ich dabei, wie selbstverständlich und unkompliziert das Ganze ablief. Einfach in ein Zimmer eintragen, Mädchen und Jungs gemischt, pro Seminargruppe ein eigenes Haus, der Rest wird den FÖJlern selber überlassen - FERTIG.

Nach dem Mittagessen ging es dann erstmals in die Seminargruppen (die 150 Freiwilligen werden in fünf Seminargruppen eingeteilt, die für das eine Jahr ähnlich wie Klassen in der Schule funktionieren). Bei einigen Spielen und Energizern lernte man die anderen Freiwilligen kennen, sofern noch nicht auf den Zimmern geschehen. Der Begriff "Energizer" meint dabei kurze, spontane Spiele, bei denen beispielsweise eine Person laut "Everybody play now!" ruft und alle Anwesenden einen Rhythmus klatschen. Bringt Spaß und liefert Motivation! 💪🏼 Die Zeit bis zum Abendessen verflog so wie im Flug. Anschließend hatte man Freizeit und somit die Möglichkeit die Anderen noch besser kennenzulernen. Ich hatte bei der Zimmerwahl verdammt viel Glück: Aus unserem und dem Nachbarzimmer entwickelte sich schnell eine kleine Gruppe, die "Hauptmann's Latexkrieger". (Fragt nicht; ein lustiger Insider, der direkt am ersten Abend entstand. 😂)

An den folgenden Tagen traf man sich morgens nach dem Frühstück kurz in den Seminargruppen. Anschließend besuchte man Workshops zu den Bereichen Fotografie, Film, Schreibwerkstatt, Musik, Theater und Kunst. In diesen behandelte man, wie in den Seminargruppen auch, das Wochenthema "Wem gehört die Welt". Ich hatte mich für den Film-Workshop eingetragen. Das Ergebnis seht ihr unten verlinkt. 😉

Zwischen den Treffen in den Workshops und in der Seminargruppe hatte man viel Freizeit, die wir in unserer kleinen Gruppe verbachten. Es entstanden coole, tiefgründige Diskussionen und lustige Momente, die alle sicher gerne in Erinnerung behalten.

Am Donnerstag Abend wurden in der Kapelle auf dem Koppelsberg dann die Ergebnisse der Workshops präsentiert. Es war echt interessant zu sehen, wie die verschiedenen Gruppen dasselbe Thema unterschiedlich interpretiert haben. Zum Abschluss noch ein schneller Energizer. Danach begann der letzte Abend auf dem Koppelsberg, doch das Ende schien da noch fern.


Am Freitagmorgen räumten wir nach dem Frühstück unsere Zimmer, putzten unser Haus und trafen uns ein letztes Mal in den Seminargruppen. Vor dem Mittagessen gab es dann das Abschlussplenum und nach dem Essen traten alle allmählich ihre Heimfahrt an. Es stellte sich (zumindest bei mir) ein Mix aus Traurigkeit, Vorfreude auf zu Hause und verdammt viel Müdigkeit ein. Traurigkeit vor allem deshalb, weil eine Woche, die man mit aufgeschlossenen Leuten mit denselben Interessen verbringt, sehr intensiv und zusammenschweißend wirkt. Auch, wenn ich alle wiedersehen werde, war es schon komisch nach Hause zu fahren. Die Woche dort schien einfach verflogen zu sein.

Insgesamt war das Einführungsseminar ein sehr guter Beginn in der Seminargruppe. Neben den zahlreichen Späßen, die während der Woche passiert sind, hatte man auch viel Zeit zum Nachdenken. Viele der Geschehnisse und Einflüsse werden einem erst im Nachhinein klar. Trotzdem kann ich jetzt schon sagen, dass ich in dieser Woche einiges an Weltoffenheit, Selbständigkeit und Toleranz mitgenommen habe. Auch, wenn Seminare offiziell als "Arbeit" bezeichnet werden, empfand ich die Woche mehr als eine lange Karussellfahrt unter dem Thema "Wem gehört die Welt". Somit freue ich mich auf die kommenden Seminare, wenn es wieder heißt:

EVERYBODY PLAY KNOW! 👏🏼👏🏼👏🏼